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Die Entdeckung der Langsamkeit

In unserer heutigen Wirtschaftswelt ist Schnelligkeit als ein bedeutender Erfolgsfaktor im hart umkämpften Wettbewerb angesehen. Und so überträgt sich der hohe Anspruch nach immer mehr Schnelligkeit auf viele Bereiche des Wirtschaftslebens (und darüber hinaus). Auch im Controller-Alltag sind Tempo und Schnelligkeit von Bedeutung: wie Fast Close bei Abschlüssen, das Prinzip „Schnelligkeit vor Detail“ im Berichtswesen, die ständige Verkürzung der möglichst rollierenden Planungsprozesse oder immer mehr zeitbezogene Prozesskennzahlen in der Balanced Scorecard zeigen.

Macht solcherlei Tempo die Unternehmen und uns tatsächlich erfolgreicher?

In systemtheoretischen Grundsätzen wird darauf hingewiesen, dass schneller oftmals langsamer ist oder auch, dass „wer langsam geht, früher ankommt“ (vgl. Senge „Die fünfte Disziplin“). Schon in der Fabel hat der langsame Igel durch Klugheit den schnellen Hasen besiegt. So paradox es auch klingt: nicht selten ist es auch im Unternehmen sinnvoller, Tempo aus den Prozessen zu nehmen und durch langsameres und klug gewähltes Vorgehen erfolgreicher zu sein.

Im Seminar lässt sich das den Teilnehmern gut mit einer Übung namens „Das Dreieck“ vermitteln. Jeder Teilnehmer soll sich dabei geheim zwei andere Teilnehmer auswählen. Danach werden alle Teilnehmer gebeten, sich nun so aufzustellen, dass sie mit den ausgewählten Personen ein gleichschenkliges Dreieck bilden. Da jeder Teilnehmer andere Personen gewählt hat und keiner voneinander weiß, geht nun in der Regel ein wildes Umhergerenne los. Gibt man als Trainer dazu noch die Anweisung, dass die Zeit bis zur Realisierung gemessen und verglichen wird, so versuchen nun alle durch schnelles Verändern der eigenen Position zum Erfolg der Gruppe beizutragen. Selten gelingt der Gruppe auf diese Art und Weise ein zufriedenstellendes Ergebnis. Erst wenn man die Teilnehmer explizit auffordert, notwendige Korrekturen an der eigenen Position gaaaaaaannnnnnnzzzzzz langsam vorzunehmen, findet die Gruppe so nach und nach zu einer Aufstellung, bei der jeder einzelne die (fast) richtige Position gefunden hat.

Diese Übung zeigt wunderbar den Unterschied von schnellen und langsamen Anpassungsprozessen auf.

Schnelles Vorgehen:
* Jeder achtet nur auf die eigene Aufgabe und fokussiert nur auf die beiden gewählten Personen.
* Die Gruppe hat zwar das Gefühl viel zu bewirken, aber der Erfolg lässt auf sich warten.
* Durch die schnellen Reaktionen auf andere kommt es zu starker Übersteuerung und viel Hin und Her (was im Seminar mal gut ist).
Kommt Ihnen das aus Ihrem Alltag bekannt vor?

Langsames Vorgehen:
* Jeder hat Zeit neben seinen eigenen Zielstellungen auch auf die Reaktionen der anderen zu achten.
* Übersteuerung (also zu starke Überreaktionen bei Korrekturen) werden vermieden.
* Die Gruppe kommt langsam, aber sehr stetig zu einem Ergebnis.

Was können Sie daraus für Ihre Unternehmenspraxis ableiten?
1. Prüfen Sie doch einmal, ob wirklich jeder Zeitdruck im Unternehmen angemessen ist?
Nehmen Sie Zeitdruck aus den Prozessen raus, wo er nicht wirklich zum Erfolg des Unternehmens beiträgt! Achten Sie auf eine gesunde Balance zwischen schnellen und ruhigeren Phasen!

2. Etikettieren Sie langsamere Zeiten nicht als Ineffizienz! Treiben Sie nicht unnötig an!

3. Halten Sie Ihre Mitarbeiter zum Innehalten, Beobachten und Feinjustieren an! Der Zeitdruck wird bereits von aussen genug aufgedrängt! Wer immer nur Terminen nachjagt, hat keine Zeit mehr zum Wahrnehmen und Nachdenken!

4. Setzen Sie lieber eine Sache, ein Projekt, eine Aufgabe sorgfältig um, als sich in mehreren zu verlieren!

5. Nutzen Sie freie Zeiten, um zu überlegen, wo sie noch Zeitdruck abbauen können!

Zum Weiterlesen zu diesem Thema empfehle ich gern:
* Sten Nadolny: Die Entdeckung der Langsamkeit
* Fred Gratzon: The Lazy Way to Success: Ohne Anstrengung ALLES erreichen
* Lothar J. Seiwert: Wenn du es eilig hast, gehe langsam: Mehr Zeit in einer beschleunigten Welt

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